Laos en vélo – étape deux!

Gepostet am Mrz 7, 2014 in Alle Berichte, Asien, en vélo, Geschichten sind Speisen für's Ohr.., Laos | 2 Kommentare

Laos en vélo – étape deux!

Rund um und über das Bolavenplateau im Süden von Laos

[22.-28. Februar 2014]

Halt auf einer Mekonginsel

Don Khong

[Tag 5, 40km Rundfahrt um die Insel]

Am Abend zuvor waren wir erst bei Dämmerung nach einem schönen Sonnenuntergang auf der Mekonginsel Don Khong angelangt. Nach einer erholsamen Nacht mit ausschlafen genossen wir am Mekong French Toast und Nudelsuppe. Vom Dorf Muang Khong starteten wir unsere Tour rund um die Insel. Doch wenig motiviert kurvten wir durch die Gegend, denn viel mehr sehnten wir uns in diesem Moment nach einer Hängematte oder einem Liegestuhl an einem luftigen Plätzchen. Nachmittags war Regeneration unserer Beine angesagt mit gutem Essen am Schatten und dem Planen unsere weiteren Route. Dabei half uns die in Siem Reap gekaufte Laos-Landeskarte, ein Schweizer Fabrikat und google.maps, sofern das Programm eine Route für uns ausspuckte.

 

Rückenwind

Don Khong – Ban Kiat Ngong

[Tag 6, 92km, 6.00 – 11.00, 14.00-14.30]

Der Fährmann hatte leider verschlafen, so warteten wir halt eine halbe Stunde mit leerem Magen für die knapp fünf Minuten Überfahrt von der Insel aufs Festland und beobachteten, wie ein neuer Tag über dem Mekong erwachte. Gegen halb sieben tauchte er verschlafen aber zufrieden auf, weil bereits vier Fahrradler auf ihn warteten. Die Fahrt bis zum Ort (Ban Thang Be(a)ng), wo wir gegen Attapeu abbiegen wollten, ist schnell erzählt. Die Strasse führt fast schnurgerade aus gegen Norden und am Morgen ist in dieser Jahreszeit mit einem sehr angenehmen „wind from the back“ zu rechnen. So haben wir die gut 80 Km mit etwa 3 Pausen in etwa vier Stunden schnell hinter uns gebracht. Einmal schliefen wir kurz in einem Bambusunterstand, später liessen wir unsere Ketten ölen und unterwegs beschafften wir uns Proviant für den nächsten Tag.

Wir rasteten in einem Noodlesoup-Unterstand unmittelbar vor der Abzweigung auf die Route 18A nach Attapeu. Kurz nach unserer Ankunft erschienen die zwei Radlerkollegen vom Morgen und wir verbrachten zusammen einen äusserst amüsanten Mittag. Zusammen tranken wir zwei Kübel Wasser – gepimpt mit Minze und Limette ergab dies ein sehr erfrischendes und geschmackvolles Getränk – Mojito für dehydrierte Fahrradfahrer. Erst nachdem die heissesten Stunden überwunden waren, fuhren wir gegen Mitte Nachmittag weiter. Antonia und Neil fuhren weiter auf der üblichen Strasse gegen Champassak und wir bogen unmittelbar nach unserem Essstand Richtung Osten in die Route 18A ab. Etwa eine halbe Stunde später erreichten wir, dem Schild Kingfisher Ecolodge folgend, das Dorf Kiatngông, ein verschlafenes Nest in der Wildnis. Dorfeingangs sahen wir zuerst die wunderschönen Holzbungalows, die auf Stelzen stehen. Prompt fuhren wir dem Besitzer über den Weg und der lud uns ein, ein Bungalow für 80’000 Kip (ca. 9 CHF) zu beziehen. Seine Frau kochte uns ein wunderbares Curry und wir legten uns wegen den angriffigen Mücken früh ins Bungalow, eine angenehme Nacht stand uns bevor. Die Ruhe und eine Menge Schlaf war auch nötig, der folgende Tag würde eine harte Geschichte werden: Route 18A, Paris-Roubaix für Mountainbiker.

DSC01095

 

Route 18a – Paris-Roubaix für Mountainbiker

Ban Kiat Ngong – Attapeu

[Tag 7, 104km, 6.00 – 17.15, 11.25h]

Unser Übernachtungsort ist bekannt für Naturbeobachtungen im Se Pan Nationalpark. In der Umgebung des Parks sollen vereinzelnde Populationen des asiatischen Schwarzbären, des südlichen Gelbwangen-Schopfgibbon und siamesische Krokodile vorkommen. Früher war es nicht ungewöhnlich, asiatische Tiger und wilde Elefanten im Park zu finden, heute sind die Tiere aber vertrieben oder im Gebiet ausgerottet. Unser Eindruck vom Gebiet, welches wir rückblickend einerseits unserer Wahrnehmung entnehmen, aber auch durch die Blume mitunter vom Besitzer der Bungalows vernahmen, ist ein etwas beängstigender. Einerseits gelangt man mit dem Fahrrad besser in die „Wildnis“ und sieht dann auch wie der „Schutz“ eines Nationalparks effektiv praktiziert wird. Wanderfeldbau (heute mit Motorsägen) und Brandrodung sind sowohl im Norden Kambodschas wie auch in grossen Teilen von Laos eine unbestreitbare Tatsache. Es sind definitiv nicht nur die Reisfelder, die in den Trockenzeiten Flächenbrände entstehen lassen. Auf unserer Durchfahrt haben wir Waldstücke angetroffen, deren Baumstämme total verkohlt und oft noch am Brennen waren. In Kambodscha beschlich uns das Gefühl, dass man gezielt in die abgelegenen Gebiete Strassen baut und verbessert, um dort die guten Hölzer aus den sehr biodiversen Wälder zu holen. Weil die Strassen nur zu oft durch die Chinesen gebaut werden, machten wir oftmals den Rückschluss, was da effektiv im Gange sein könnte…

Die Route 18A war die ersten Kilometer ziemlich angenehm zu fahren. Kein Verkehr, die Staubpiste war gut, auch wenn ab und an etwas holprig, aber wir kamen vorwärts. Doch wussten wir, dass vor allem der mittlere etwa 40 Km lange Abschnitt das Pièce de Resistance unserer heutigen Etappe sein würde. Auf unserer Karte war die Strecke markiert als „road impassable in rainy season“. Denn die Route durchquert einen Bereich, worin die Flüsse vom Bolavenplateau herabströmend ein relativ grosses Gebiet, welches Südlaos, Nordostkambodscha und Teile Südvietnams umfasst, mit Wasser versorgt. Insbesondere strömt der Sekong durch das Gebiet, welcher etwa 200km südlich als breiter Strom bei Stung Treng in den Mekong fliesst.

Bald erreichten wir ein kleines Dorf, es dürfte sich dabei um Khonthout handeln, wonach sich der Weg haltlos in einen fast 50m breiten Fluss senkte. Wir zögerten und fragten zwei Leute nach der Richtung „Attapeu“, doch beide deuteten unabhängig voneinander auf den Fluss. So durchwateten  wir den Fluss bis knietief, unsere Velos stossend. Während sich die Strasse stetig verschlechterte, es immer steiler hoch und teilweise abrupt und treppenartig abbrechend wieder runter ging, war von einem zügigen Vorwärtskommen nur zu träumen. Die Landschaft ist schön, grün, oftmals fuhren wir durch Dschungel-ähnliche Wälder, doch sind die Bäume am Wegrand oftmals abgeholzt, somit hatten wir kaum Schatten während der ganzen Strecke.

Ja, da durch!!

Ja, da durch!!

Nach weiteren Bächen, Sand- und Schotterpisten die uns aus der Reserve lockten, erreichten wir ein weiteres grösseres Gewässer. Von Weitem konnte ich erkennen, dass zwei Männer und eine Frau im Bach gerade eine Sau in Stücke schnitten. Sarah wurde gewarnt und angehalten, nicht hinzuschauen. Als wir die Stelle passierten, begann ein Mann mit etwas englisch mit uns zu sprechen, was den Blick auf die Szenerie erst recht eröffnete. Bis zur Wade im Wasser, ab und zu einem Stück Haut oder etwas Blut ausweichend, überwanden wir den kurzen Small-Talk und zogen weiter.

Kurz gesagt, die Route 18A ist wirklich Paris-Roubaix für Mountainbiker, da noch kurze sandige Anstiege dazukamen, die uns nicht selten zum Absteigen zwangen und uns die Räder hinaufzerren liessen. Nach 60 km krächzten unsere Ketten furchtbar und die Gangschaltung funktionierte kaum noch. Statt uns an einem dürftigen Halbschattenplatz auszuruhen, putzten wir mit Lumpen und Zahnbürste unsere Ketten. Nachdem wir uns zum Weiterfahren motiviert hatten, besserte sich das Gelände schlagartig und wir schienen gerettet, als auf der meist einsamen Mitteletappe der Strecke wie aus dem nichts ein Dorf erschien. Nach Räphu’s Pantomime bekamen wir einen Kübel Fett für unsere ausgetrockneten Ketten und ein kaltes Pepsi (aus dem Kühlschrank!) für unsere staubigen Kehlen. Deutlich motivierter machten wir uns auf die nächsten 40-50km, was allerdings auch keinen Schleck bedeutete. Im Dorf Sanamaxai am Sekong gelegen, assen wir eine Noudlesoup – unsere Speicher waren somit wieder aufgeladen. Wir erreichten Attapeu dunkel gefärbt vom Staub, hustend und wirklich ziemlich geschafft, aber vor allem gesund und hatten die Etappe ohne Panne hinter uns gebracht.

Hindernisse der anderen Art..

Hindernisse der anderen Art

 

Auf vier Rädern zum laotischen Kaffee-Dorf

Attapeu – Paksong

[Tag 8, per Bus]

Nach über 11h im Sattel am gestrigen Tag war heute nur als Notfallszenario gedacht, auf zwei Rädern vorwärts zu kommen. Um 7.00 bogen wir deshalb zielstrebig auf den fast leeren Busbahnhof ein und tatsächlich stand dort ein Bus nach Packsong startbereit parat. Die Velotaschen waren schnell im Bus verstaut und die Bikes auf dem Dach festgebunden.

Frühstück hatten wir in einem Plastiksäckli dabei. Im Guesthouse hatten wir mit einer erneuten Pantomime zu erklären versucht, dass wir keine Zeit hätten um zu frühstücken und lediglich Baguettes und Bananen einpacken wollten. Doch die Frau verstand erst, nachdem die Spiegeleier mit Tomate und Gurke auf dem Teller waren und füllte sie kurzerhand in ein Plastiksäckli ab. Im Bus genoss ich das Sandwich mit den Spiegeleiern und dem Gemüse aus dem Plastiksäckli sehr – es war das beste Frühstück seit längerem!

Die entspannte Fahrt über Sekong dauerte 5 Stunden und wir genossen mit welcher Leichtigkeit wir die Höhenmeter abfuhren. Paksong ist die kleine Kaffee-Hauptstadt auf dem Bolaven-Plateau, welche sehr bekannt ist für seinen Kaffee. Wir fuhren nach der Ankunft und einem kurzen Nap direkt runter zum höchsten Wasserfall von Laos, dem Tat Fan. Eine wunderbare Szenerie erschien vor uns, als wir die Eco Lodge Tat Fan betraten und uns dort auf der erhöhten Veranda einen „Lao coffee“ genehmigten und diesen riesigen Kessel betrachteten. Es stürzen zwei Bäche aus üppigem Regenwald über 120m in einen ovalen Kessel, ein wunderbares Naturschauspiel versüsste uns so das Ende des Tages. Geniessen konnten wir auch zum ersten Mal, dass die Nachttemperaturen angenehm auf unter 20 Grad fielen.

DSC01192

 

Abfahrt vom Bolavenplateau vorbei an Kohl- und Kaffeefeldern

Paksong – Tat Lo

[Tag 9, 64km downhill]

Ohne Frühstück im Bauch, aber daran hatten wir uns langsam gewöhnt, zogen wir mit den Fahrrädern los. Zuerst führte die Strasse doch noch etwa 5 km leicht hoch, um dann aber definitiv belohnt zu werden. Die Abfahrt in der kühlen Morgenluft war wunderschön. Wir fuhren Richtung Sekong, die selbe Strecke, die wir tags zuvor noch mit dem Bus hoch kamen. In Thatèng besorgten wir uns auf dem Markt Proviant. Danach ging’s weiter nun auf der Nationalstrasse Richtung Pakse. Unser Ziel war Tat Lo, ein verschlafener Backpacker-Ort, der einen wunderbaren, breiten Wasserfall haben soll. Dort, in den kaskadenartigen Stufen kann man schwimmen und in den vielen Pools einfach faul rumsitzen. Bei diesen Temperaturen ein wunderbares Erlebnis.

Wir trafen im Hostel Silvie und Régis, ein vifes Radlerpaar aus Montpelier (FR). Bereits seit 7 Monaten sind die zwei Pensionierten unterwegs und haben 57km auf dem Buckel, nicht die zurückgelegte Distanz, sondern 57’000 Höhenmeter! Durch den Iran, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan, China und Vietnam sind sie bereits geradelt. (http://asievelovazy.eklablog.com)

Bei Nachtessen mit ihnen und zwei weiteren Velofahrern, Laura und Toto (http://lolaundtotorollen.wordpress.com), wurde viel gelacht über die Abenteuer auf zwei Rädern, den Pannen, schlimmsten Strecken, Sprachbarrieren und das unerträgliche Krächzen der Kette, wenn wieder mal Sand im Getriebe die Fahrt erschwerte. Gegenseitig konnten wir einige Routenvorschläge austauschen. Ein wirklich gelungener Abend mit ungewöhnlich spätem zu Bett gehen.

 

Auf unerwartet hügeligem Gelände nach Pakse

Tat Lo – Pakse – Vientiane

[Tag 10, 92km, 6.00-12.30]

Tat Lo nach Pakse, eine schnelle und nicht allzu viele Kräfte raubende Geschichte, könnte man meinen. Doch der morgendliche Aufstieg auf der sehr rauen Fahrbahn und die Auswirkungen der vorabendlichen Geselligkeit hatten Spuren hinterlassen. Auch der kontinuierliche Gegenwind und die Hitze mochten die Fahrtdauer nicht unbedingt verkürzen. Kurze Abfahrten waren von Gegenanstiegen gefolgt, gerade aus ging es eigentlich nie. Die gröberen Defekten in dem Belag und vor allem die Übergänge vor und nach den Brücken an den tiefsten Stellen dazwischen zwangen uns jeweils zum Abbremsen bis fast zum Stillstand, was gar nicht unserem Gusto entsprach. Nichts desto trotz und mit einer Stippvisite auf dem 8km östlich gelegenen Busbahnhof von Pakse und einem schönen Downhill zuvor, erreichten wir Pakse bereits gegen 12:30 und gönnten uns erstmal etwas Reis, Gemüse und einen Eis-Kaffee. Pakse ist nicht gerade unsere Traumdestination, deshalb schnallten wir die Velotaschen erst ab, als wir die Bikes abends in einen Sleeperbus verluden, mit welchem wir in 10 Stunden Vientiane, die Hauptstadt Laos, erreichen konnten. Das Gepäckfach war dermassen hoch, dass wir die Bikes unten in den Bus stellen konnten, um es mit Endo Anacondas Worte festzuhalten: „steuuä nid legä..“!

Mit dieser Busreise hatten wir einen gewaltigen Sprung in den Norden gemacht. Denn wegen unserer Abmachung mit Fabienne in Bangkok waren wir etwas unter Zeitdruck geraten, andererseits tat uns eine Pause vom Radeln gut. Im nächsten Bericht „Laos en vélo, étape trois“ geht’s dann über die laotische Alpes d’Huez, ein kräftezerrendes Unterfangen.

 

Zeit- und Streckenplanung

Tag 1-4: siehe hier – Siem Reap nach Don Khong

Tag 5: Rundfahrt um die Insel Muang Khong – Muang Khong 40km.

Tag 6: Dong Khong – Ban Kiat Ngong; auf der N13 82km nordwärts bis Ban Thang Be(a)ng, dann auf die Route 18A nach Attapeu (Attapu) einbiegen. Nach ca. 10km dem Wegweiser zur Kingfisher Lodge folgen, im Dorf Ban Kiat Ngong in neuem Bungalow für 80 000 Kip = ca. 9 CHF übernachtet. Insgesamt ca. 92 km.

Tag 7: Ban Kiat Ngong – Attapeu 104 km, 6.00-17.15 unterwegs (11.25h). 8 Bäche überquert, viel Staub, Sand und überaus erschütternd.

Tag 8: Attapeu – Sekong – Paksong per Bus, 5h. Im Savanna Guesthouse übernachtet, super Preis-Leistung, Nacht wird kühl. Paksong ist der Hauptort auf dem Bolaven-Plateau.

Tag 9: Paksong – Tat Lo 64km, Tendenz downhill. Gute Versorgungsmöglichkeit auf halbem Weg in Thatèng beim Busbahnhof. Wenn man den Weg rauf auf’s Bolavenplateau fährt, ist eine Übernachtung dort auch möglich (Guesthouse).

Tag 10: Tat Lo – Pakse 92km, 6.5h. Nach Tat Lo steigt man zuerst rund 10Km, die Belohnung folgt erst kurz vor Pakse mit einer rasanten Abfahrt fast bis in die Stadt.

 

Siem Reap – Srayang – Preah Vihear – Stung Treng – Lao Boarder – Don Khong – Ban Thangbeng

Download

 

Paksong – Tat Lo – Pakse

Download

 

 

2 Kommentare

  1. Thanks for some other magnificent article. The place else may anybody get that kind of information in such a perfect manner of writing?
    I have a presentation next week, and I’m on the look for such
    information.

  2. Paris – Roubaix gut überstanden!!! Mir hätte es wohl in Paksong (!) gut gefallen;-))
    LG Heinz

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.