Laos en vélo – étape quatre!

Gepostet am Mrz 29, 2014 in Alle Berichte, Asien, en vélo, Geschichten sind Speisen für's Ohr.., Laos, Thailand | Keine Kommentare

Laos en vélo – étape quatre!

ein Umweg auf Umwegen zurück nach Vientiane

[09.03.2014-16.03.2014]

Die dritte Etappe in Laos, von der wir berichten, erzählt von einer eher unplanmässigen Rückkehr in die beschauliche Hauptstadt von Laos, von der Vorfreude auf unsere neue travel mate Fabienne und davon, wie man sich mit verschiedensten Transportmitteln auf den Weg macht, um mit dem neuen Reisegspänli am Meer die Beine zu strecken und Sonne zu tanken.

Luang Prabang, ein Ort an dem wir uns wirklich wohl fühlten, haben wir am Morgen früh mit den vollbepackten Fahrrädern verlassen. Im Le Banneton in Luang Prabang trafen wir noch ganz kurz zwei sehr sympathische Bieler Ursula & Edi, die ebenfalls en vélo unterwegs waren und von Burma herkamen. Es sollte dann nicht unsere letzte Begegnung sein. Unsere morgendliche Fahrt war aber nicht von langer Dauer. Am ausserhalb von Luang Prabang liegenden Bus-, bzw. Minivan-Bahnhof stoppten wir bereits und kauften Tickets, „2 Passagiere und zwei Vélos“. Nach einer Weile warten konnten wir zusteigen, die Fahrräder wurden auf dem Dach festgebunden und wir durften ganz vorne neben dem Fahrer Platz nehmen.

Hauptstadt Vientiane - wir sind unterwegs!

Die Fahrt führte entlang der Strecke, die wir ein paar Tage zuvor mit dem Fahrrad von Vang Vieng in 3 Tagen hoch in den Norden gefahren sind (siehe hier). Uns bescherte die Fahrt, erst noch vorne im Van, eine ganz andere Perspektive davon, wie wir sonst unterwegs sind. Immer wieder entzückt aber oft auch verblüfft, wie weit sich die Strecke durchs Gebirge zieht, erhaschten wir etwa unterwegs Plätzchen, wo wir vor etwa einer Woche erschöpft Pausen machten, wo wir herzliche Begegnungen hatten oder wo wir bei Sonnenaufgang innehielten und den Moment genossen. In Kiou Ka Cham (maps.google Kiewkacham) hielten wir mit dem Van zum ersten Mal an, genau an diesem Ort starteten wir auf die letzte Etappe nach Luang Prabang.

Kiou Ka Cham liegt direkt auf dem langen -in zwei geteilten – Rücken, den man von beiden Seiten mühsam erklimmen muss.

Die Fahrt zog sich nach Kiou Ka Cham runter in ein tiefes V-Tal um danach endlos lange in stetigem Auf und Ab die Orte um Phou Khoun zu erreichen. In Phou Khoun, wo man gut übernachten kann, zweigt die Strasse gegen Osten nach Ponsavan ab, wo die Ebene der Tonkrüge zu finden ist. Gegen Südwesten führt die Strasse weiter nach Vang Vieng wo dann der letzte, der finale grosse, ja gar grandiose Abstieg (!) wartete, denn wir in umgekehrter Richtung befuhren und sein Übergangsbereich Alp d’Huez von Laos benannten.

Via Kasi und einem letzten „Bergpreis“ zuvor erreichten wir die in tüppig heissem Tal gelegene und vor allem üppig berüchtigte Kleinstadt Vang Vieng. Berühmt-berüchtigt ist Vang Vieng, da viele Reisende hierher kamen und Drogen konsumierten, auf den Gummiringen sich den Fluss (Nam Song) runterschwangen und nicht zuletzt auch ab und zu mal hängen blieben. Zum Glück hat sich die Lage geändert, Laos hat den Hebel angezogen und die Drogenpolitik vor rund 10 Jahren massiv verschärft, was sicher zu einer Verbesserung der Situation (auch in der Region Siphan Don „4000-Island) führte.

Wir genossen das erfrischende Bad in der Frischwasserquelle gerade hinter unserem Guesthouse, wo klares aber temperiertes Wasser aus einer Felsgrotte raus fliesst. Beim Baden lernten wir Andrea und Fabio (http://blog.travelpod.com/travel-blog/andreaundfabio/1/tpod.html) kennen und genossen zusammen einen amüsanten und gesprächigen Abend, auf Wiedersehen ihr Beiden in den Berner Alpen!

endlich wieder en vélo …

eine Vervollständigung der Route Luang Prabang – Vientiane

Nach einem weiteren Tag in Vang Vieng ging’s wieder auf’s Vélo, eine weitere Bergetappe stand bevor, zwar ohne eindeutigen Bergpreis, allerdings in stetigem Auf und Ab. Von Vang Vieng aus starteten wir früh morgens, das Dorf schlummerte noch tief und schlief sich seinen Rausch aus.

Durch unglaublich viel verdreckte Luft, die sich in Schwaden über das Tal hin ausbreitete, fuhren wir Richtung Süden. Manches Dorf passierten wir und in jedem war im Gange, was man als Fahrradfahrer nicht so liebt. Die Dorfbewohner von Laos sind zwar vergleichsweise ordentlich mit dem Abfall, dies aber nur, weil sie einen grossen Teil davon mit dem herunterfallenden Laub am Strassenrand direkt vor dem Haus verbrennen. In der Trockenzeit, ohne den Luft säubernden Regen, sammelt sich dann oft ein Dunstprodukt aus Abfallverbrennung, Strassenstaub und dem Verbrennen der trockenen Überreste auf den Feldern an…

Nichts desto trotz kamen wir gut voran, ist doch die Strecke in der Tendenz abfallend und ohne grosse Steigungen. In Thaua (maps.google Tha Heua), ein grösseres Dorf am Nordufer des künstlichen Sees Ang Nam Ngum, bogen wir in Fahrtrichtung rechts ab (es gibt zwei Abbiegungen, die zum selben Ziel führen, eine führt auf eine kleine Anhöhe, die andere bis zum See und dann direkt nacht Westen).

Nach der etwas idyllischeren Passage dem nördlichen Ufer des Ang Nam Ngum entlang, streiften wir südwärts Richtung Phônhông. Die zunehmende Anstrengung ist ab hier damit verbunden, dass die gegen Süden sich ausdehnenden wellenartigen Berghänge eine natürliche Hürde für die Strasse aber eben vor allem auch für die sich auf der Strasse fortbewegenden Verkehrsmittel wie wir Fahrrädler darstellen..

Wie auch immer, Phônhông – ein langgestrecktes Dorf mit guten Verpflegungs- und auch Unterkunftsorten, liessen wir rechts liegen und bogen gegen Osten auf einer breiten aber gut befahrbaren Staubstrasse (Route 10) bis Phônmi (maps.google Phonemy oder Ban Nalao), wo wir gegen Norden abbogen und in der heissen Nachmittagssonne Thalat erreichten. Das Thermometer war wieder auf 34 Grad gestiegen und der Staub der letzten rund 15Km haftete am Schweiss der Beine, Arme und Gesicht, als wären wir von der Sonne braun gebrannt geworden – doch dies war nur Fassade.

In Thalat bogen wir mitten im Dorf nach Osten ab und überquerten eine Brücke. Unmittelbar danach befanden wir uns im Dorf Thinkeo (nicht auf maps.google eingetragen). Auf der Suche nach einem Guesthouse fuhren wir durch’s ganze Dorf und wieder zurück zum Fluss, wo wir dann endlich fündig wurden. Obwohl wir richtig dreckig daherkamen, wurden wir dort aufgenommen. Das Guesthouse (vielleicht eher Hotel) heisst Khounxap Namngum Guesthouse, ein Zungenbrecher sondergleichen. Aber ein Plätzchen zum sein, die wunderbare Terrasse direkt auf’s Flussufer heraus gebaut und die allerherzlichsten Leute, die uns willkommen hiessen. Wir verbrachten einen wunderbaren Abend am Flussufer, assen Fisch vom Nam Lik und schliefen früh und tief, der vergangene Tag war lange und kräftezerrend (102Km).

Am Morgen darauf, wiederum früh, verliessen wir Thinkeo und unser Guesthouse mit aufgefüllten Reserven gegen Osten. Die Strasse biegt aber dorfausgangs gegen Süden (rechts) ab und eine erste, eigentlich die einzige wirkliche Steigung, die wir an diesem Tag bewältigen mussten, meisterten wir ohne uns zu beklagen. Was wir uns aber störte, die selbe Unannehmlichkeit verspürten wir schon am Vortag – waren die zig tausenden von kleinen Fliegen, die uns in die Augen, Nasen und ständig in den Mund flogen. Zum Glück verschwinden die Biester bei zunehmender Hitze gegen 10.00Uhr..

Die Fahrt gegen Süden verlief relativ unspektakulär, allerdings mussten wir etwas mehr Pausen einlegen als sonst. Zu heiss war es uns und unsere Beine waren vom Vortag nicht mehr die frischesten. In Hatkiang fanden wir ein schönes Örtchen zum stoppen und genossen bei einem kleinen Picnic unter einem schattenspendenden Baum auf einem unverwendeten Balkon den Ausblick auf den Nam Lik, der sich da um 180º dreht, damit kurzzeitig wieder gegen Norden fliesst.

Der Nam Lik bei Hatkiang

Der Nam Lik bei Hatkiang (KLICK)

Von Hatkiang hatten wir noch rund 32Km vor uns. Beim baldigen Einbiegen nach der grossen Brücke über den Nam Lik ins Dorf Ban Tha Ngon spürten wir die Tücken partiell typischer südostasiatischer Strassen zu spüren.  Sich im Bau befindende Strassen gibt es in allen Ländern wie am Laufmeter. Staub, Dreck, Bodenwellen ohne Ende, das widerfuhr uns so dann auf den letzten gut 15Km bevor wir die Tore Vientiane’s bei frühnachmittäglicher Hitze mit annähernd einem Hitzeschlag erreichten. In Vientiane fuhren wir ohne gross zu zögern direkt zum Restauranzt „Le Banneton“ und gönnten uns eine Wähe oder ein Baguette mit Schinken und einen guten französischen Kaffee!

Der wahre Grund, weshalb wir nach Vientiane zurückgekehrt waren, war der sich aufdrängende Gang zur thailändischen Botschaft. Denn bei Einreise auf dem Landweg darf man nur 15 Tage bleiben, das Verlängerungsprozedere ist kompliziert und kostet. Deshalb waren wir gezwungen, ein Visum für ein Monat zu beantragen – auch das würde unsere Reisepläne in Thailand einschränken. Eine halbe Stunde vor Öffnung der Tore um 8.00 standen bereits Hunderte von Touristen in einer Schlange, wir dann vorerst zuhinterst. Als Individualtouristen wurden wir später ständig von Visa-Organisatoren mit 20 Pässen in der Hand überholt, die von irgendwo her eine tiefere Nummer hergezaubert hatten. 4 lange Stunden dauerte das Procedere, bis wir das Antragsformular samt Pass abgegeben und die Bezahlung hinter uns gebracht hatten. Am nächsten Nachmittag konnten wir unsere Pässe wieder abholen. Die Übergabe am nächsten Tag ging überraschend schnell – auch weil wir zusammen mit Ursula und Edi, die wir zuvor in Luang Prabang kurz gesehen hatten, angestanden sind. Bei einem Kaffee bekamen wir von den erfahrenen Velofahrern in aller Welt noch gute Tipps und erzählten uns von früheren Reisegeschichten. Irgendwann drängte die Zeit und wir verabschiedeten uns gegen 15.00 von ihnen. Für Sarah und mich bedeutete dies, dass wir die kurze Tagesetappe von 25Km in Angriff nehmen durften. 20Km bis zur Grenze, Ausreise aus Laos, Einreise nach Überquerung der Freundschaftsbrücke über den Mekong nach Thailand, ab nach Nong Khai, wo wir uns auf den Nachtzug nach Bangkok freuten. Punkt 18:20 Uhr fuhr der Nachtzug dann auch ab und wir merkten schnell, dass es wohl eine der besten Zugfahrten im Hardsleeper werden würde, obwohl wir uns bei dieser Bewertung mit den Chinesischen Zugfahrten bereits auf einem hohen Niveau befanden.

Ohne Komplikationen hatten wir vier die Zugreise überstanden, legten frühmorgens noch etwa 24km quer durch Bangkok an den östlichen Stadtrand zurück, wo sich unsere nicht gerade zentrale Unterkunft befindet. Es lief alles nach Plan, am nächsten Tag konnten wir Fabienne am Internationalen Flughafen Suvarnabhumi abholen, der gerade um die Ecke war.

 

Wie immer haben die Umwege auch ihr Gutes, sie lohnen sich. Manchmal trifft man Leute, manchmal stellt man fest, dass ein Ort oder der Weg dahin doch nicht so unschön ist oder ganz einfach, manchmal tut es eben gut in Stunden, ja gar Tagen der Freiheit einen (weiteren) Umweg zu machen, den man sich im Berufsalltag nur zu oft halt nicht leisten kann.

 

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Die höchste Spitze im Diagramm ist der Pass direkt nach dem Übernachtungsort Thalat/Thinkeo, der auf der Route 10 nach Vientiane gemeistert werden muss.

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