ein Traum ist wahr geworden..

Gepostet am Apr 25, 2014 in Alle Berichte, Asien, en vélo, per pedes | 14 Kommentare

ein Traum ist wahr geworden..

sarah und raphael enRoute

ein Rückblick auf verzaubernde 423 Tage..

[28. Februar 2013 – 26. April 2014]

Im Uhrzeigersinn rund um den Stupa in Boudhanath, auf schmalen Pfaden über rauschende Bergbäche, schwankende Nepalbrücken, herzliche Begegnungen mit Menschen aus nepalesischen und tibetischen Bergdörfern, unzählige Gebetsmühlen in Bewegung gehalten, „toto pani“ (hot springs) gleich neben dem Zelt, berauschende Freudengefühle auf dem Rui La Pass auf der Grenze zu Tibet, Eiseskälte, wollige Yaks, getrocknete Yakfladen im Ofen als Lebensretter, „knocking on heaven’s door“ im Angesicht des Manaslu, nicht enden wollender Schneefall im Camp vor dem Thorung La Pass, der dritte Pass über 5000m überschritten, eiskalte Nacht und Kampf gegen proviantwegfressende Mäuse, auf dem Weg zur Arbeit in Kathmandu’s Service Public, Englischunterricht mit erwachsenen Frauen, kochen bei „Curry without worry“ für einige der mittellosen Menschen Kathmandus, Dal Bhat und Momos in den unterschiedlichsten Variationen, Lieblingsrestaurant bedient von Taubstummen, zweieinhalb Monate meist kalt geduscht, Erfahrung mit den unterschiedlichsten WC-Anlagen und deren uniquen Spül- und Verriegelungssystemen, eindrückliches hinduistisches Verbrennungsritual in Pashupatinat, hypnotisierende Mönchsgesänge rund um die Bouda-Statue, auf dem Dach der Welt, im Angesicht des Shishapangmas und des Qomolongma (Mt. Everest), unsere tibetischen Begleiter Noang und Pande, bissige Eiseskälte draussen wie drinnen, Yakherden und Tibetantilopen auf den lebensfeindlichsten Ebenen der Welt, zugefrorene Flüsse, heilige kristallklare Seen, Shigates & Gyantse, in Lhasa inmitten von Tibetern um den Jokhantempel, Gebetsmühlen gedreht und Butterlämpchen am Brennen gehalten, dabei Karma angehäuft, mit grossen Augen sich gegenseitig bestaunt, wie ein herzliches „Tashidelek“ oft das Eis zum Brechen brachte, Potalapalast, Sprung auf der chinesischen Mauer „萬里長城“ in Badaling, im Angesicht mit den Terrakotta Kriegern, die quirlige vietnamesische Hauptstadt Hanoi, Caphe Sue Dà, mit ausgefeilter vietnamesischer Rudertechnik zur Parfumpagode, mystische Atmosphäre inmitten des untergehenden Drachens in der Halong Bucht, erschreckend realistische und nachdenklich stimmende Worte der jungen Vietnamesin Gam inmitten von Karstfelsen, in Hoi An endlich in der Wärme angekommen, joggen inmitten von Reisfeldern und Gemüsegärten, zuckersüsse-sauerscharfe frische Frühlingsrollen, die faszinierenden und kunstvollen antiken Städte der alten Khmer-Zivilisationen Prasat Banteay Kdei, Prasat Bayon und Angkor Wat, im Land der Khmer, schwimmend auf Kambodschas Lebensgrundlage Tonle Sap, herabfallender Mekong bei den Kone Papheng Wasserfällen, enroute auf Umwegen, auf einer „Paris Roubaix“ Etappe sieben Bäche & Flüsse durchquert, quälende Hitze und Staub, Sand im Getriebe und in den Kehlen, eine entspannte Flussfahrt stromaufwärts auf dem Giganten Mekong, Kaffeedorf auf dem Bolavenplateau, im tiefsten Gang den gebirgigen laotischen Norden befahren und erlebt, amüsante Begegnungen mit anderen Cyclern in the middle of nowhere, Noodlesoups aller Arten, unzählige Bananenbund und Maiskolben verspiesen, seelenruhige Atmosphäre in Luang Prabang, uns über lottrige Bambusbrücken gewagt, getrockneter Fisch, getrocknetes Mekongseegras mit Sesam, sweet sticky rice – Jasminreis – Klebreis, Amok Fish, Mekong Fish, Pad Thai, „Life is a beach“ an den traumhaften Palmenstränden in Khao Lak gelebt, kräfteeinhauchende Mönchsgesänge in der frühmorgendlichen Dunkelheit, die fliegende Bäckerei nach einem Morgenspurt aufgeholt, erschreckende Tiertransporte rund um die Welt, in der Staub- und Abgaswolke zurückgelassen, von der Strasse abgedrängt, Kokosnüsse, jeden Tag hunderte Male den Kleinsten von Kambodscha & Laos sowie deren Familien zugewunken und gerufen, hunderten fröhlichen Gesichtern begegnet, namaste – tashidelek – ni hao – sin tao – sabaidee – sawadee ka/kap – suasadey, überaus aufgeschlossene und herzliche Kambodschaner und Laoten…

…und überall auf der Welt immer wieder vertraute und heimelige Orte, einladend freundliche Menschen weit weit weg von Zuhause gefunden und sich zuhause gefühlt.

 

ein letztes Wort 

Erfahren zu haben, was Freiheit und Glück für uns aber auch für Menschen rund um den Globus bedeutet, lässt uns einerseits mit tiefer Zufriedenheit und Erfüllung zurückkehren, andererseits haben sich viele Bilder von erschreckenden Lebensrealitäten in unsere Köpfe gebrannt, die wir nach und nach zu ordnen versuchen. Keine der erschreckenden, beelendenden, zum Nachdenken anregenden, erstaunenden, verblüffenden, einander distanziert begegnenden, tränenlachenden, anstrengenden, verzaubernden und zutiefst beglückenden Momente möchten wir missen, denn alles ergibt eine für uns einzigartige Lebenserfahrung – eine Weiterbildung fürs Leben, wie uns jemand kürzlich gesagt hat – und wie wir finden, die vergangenen 14 Monate für den Lebenslauf treffend zusammenfasst.

Nun ist es soweit – wir verlassen morgen, den 26. April, den asiatischen Kontinent und fliegen nach Europa. Aber wir landen vorerst in Wien, um dann nochmals unsere Drahtesel zu satteln und „dr letscht Bitz“ unter die Velos zu nehmen. Beide konnten wir uns nicht damit abfinden, in einem 12h-Flug nach Hause zu fliegen und so diese wunderbare Zeit abrupt zu beenden. Mit dem früheren Stopp gewinnen wir Zeit, um uns an das rauhere Klima und die westliche Kultur zu adaptieren sowie beim Fahrradfahren unsere Köpfe auf das vorzubereiten, was dann im alten neuen Leben in unserer Heimat wieder auf uns zukommt.
Doch noch ist unsere Reise nicht ganz zu Ende, von Wien nach Thun und weiter nach Amsoldingen werden uns nochmals ein paar Kilometer enroute en vélo erwarten, dazu die geliebten Schweizer Pässe und die ALPEN!

 

Wenn ihr Lust habt, euch zusammen mit uns nochmals auf die Reise durch Asien zu machen, dann könnt ihr dies im folgenden Film tun. Etwa 17 Minuten braucht ihr dazu..

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

 Musik ausschalten und Film starten..! Video etwas laden lassen (lädt während dem Lesen im
Hintergrund – haben es bisher leider nicht besser
hingekriegt..sorry)!

 


TAUSEND DANK, dass ihr uns auf der Reise durch Lateinamerika, der Schweiz und nun auf dem asiatischen Kontinent so treu begleitet habt. Dies hat dazu beigetragen, dass wir uns niemals alleine fühlten, das Gefühl von Heimweh nur selten aufkam und wenn, wir dies positiv gewertet haben. Eure Nachrichten mit „news von zu Hause“ und die Rückmeldungen zu unseren Reiseberichten haben uns immer viel bedeutet. Ohne euch.. wir wissen nicht, ob wir in der weiten Welt verloren gegangen wären.

säru & räphu..

 

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unsere Reise in Zahlen

Nach 423 Tagen und 15’487 Buskilometer in 322 Stunden, 155 Stunden auf dem Wasser per Kanu, Longtailboat, (Segel)Schiff und Fähre, 720 getrekkten Kilometer und rund 30’000 überwundenen Höhenmeter in den Anden und im Himalaya, 7606 Km in ungefähr 100 Stunden auf verschiedensten Bahnstrecken und 1642km enroute en vélo machen wir uns auf die Heimreise.

Die längste Busreise brachte uns übrigens in 24 Stunden von Santiago de Chile ins 1630Km nördlich gelegene Wüstendorf San Pedro de Atacama. Unsere längste Zugfahrt und damit auch das längste zusammenhängende von A-B führte uns mit einer der eindrücklichsten Bahnfahrten überhaupt während Weihnachten 2013 über das tibetische Hochplateau von Lhasa nach Xi’an. In 33 Stunden legten wir im Zug non-stop 2837 Kilometer zurück.

Die gefährlichsten und bedrohlichsten Busfahrten haben wir in Bolivien, Ecuador und Nepal er- und überlebt. In die Top 3 haben es die Strecke zwischen Uyuni und Tupiza auf dem Bolivianischen Altiplano, durch eine tiefe Schlucht führend (gar nicht zum Nachmachen empfohlen, unbedingt den Zug nehmen!) geschafft, die Fahrt von Quito nach Mindo in Ecuador sowie die Reise mit dem Bus auf nepalesischen Bergwegen von Jomsom nach Beni nach dem Annapurna Circuit. Leider haben wir eine Top-10-Liste verfügbar, die wir in Zukunft nicht mehr weiter ausbauen möchten.

 

14 Kommentare

  1. i wünsche öich guets heicho u agwöhne ir schwiz
    gaaanz liebi grüssli us wattewiu

  2. Fröie mi uf öich zwöi u dänke mir, dass dir d Wäut mit nöie Ouge alueget.

    • hallo mam,
      mir freue üs o uf öich!
      merci für üs immer widr z us dr ferni ds ungerstütze..

      bis bald
      S&R

  3. Huaau ich kann kaum glauben dass eure Reise bald zu Ende ist…grosse Abenteuer enden nie!.. Ich wünsche euch beiden weiterhin alles Gute und viel Kraft für den Neu-Start in der Schweiz.
    Alles Liebe
    Olivia
    Ps: Eure Bilder sind wunder wunder schön!!!

    • liebi olivia!
      „grosse abenteuer enden nie!“ – das gfaut üs bsungers! =) u tatsächlech hei mr scho widr viu ideenä für „chlineri abentür“! mir würde üs zum bischpiu sehr freue, wenn mr i üsem nepal-wander-grüppli äs wuchenänd chönnte ga bärge erklimme, viellech das ganze mitemne bsüechli bir julika verbinde!? mir würde üs uf jedä fau ufenes widerseh freue..
      merci tusig für dini wünsch, chöi mr guet bruche!
      liebi grüess..
      sarah & raphael

  4. Super schönes Video…..vielen Dank, dass ich mit meinen Freunden auch ein Stück weit dabei sein durfte…..:-) Nepal war super! En guete Start und bis bald….Gruss aus Oberhasli……..
    xxx Silvan xxx

    • liebe silvan!
      mir hei richtig glück gha, z’lho bim chleidr wäsche di kennä glert z’ha! ja die situation ufem larkye la mit dir, dr olivia & dr julika isch ä freudige momänt gsi u geng no sehr presänt i üsnä chöpf! apropos: merci, dass du üs z’läbä grettet hesch! ;)
      bis hoffentlech gli! äs tourli mit dr olivia zur julika wär doch öppis!? äs baldigs träffe würdnis sehr fröie und bezüglech tipps für laos, kambdoscha en vélo stöh mr geng zur verfüegig! :-)

      ganz ä liebe gruess und bis bald!
      s&r

      • aaaaaahhhh, Euer Video ist einfach genial, schau es mir immer und immer wieder an und träume vom Reisen und der grossen weiten Welt……. wir werden uns bestimmt bald mal sehen…ein MUSS…und ja…das Leben habe ich Euch sehr gerne gerettet!!!!:-):-)hahahaha Eure Tips bezüglich Kambodscha und Laos nehmen wir gerne mit….:-)
        bis bald…..viel Kraft beim Einleben und wenn Ihr mal Zürich besuchen wollt, dann meldet Euch auf 0763567256….hasta la vista amigos..:-)

  5. wahnsinn di vilä wunderschöne Idrück, Momänte u Abentüür wo dr erläbt heit..u Thailand isch seehr schön gsi mit öich..freue mi fescht uf öii Rückkehr..

    • hey fäbu..
      meeeerci fürä briefchaschte dahei, fürä rügge frei z’bhaute, z’überläbens-geburi-päckli uf ecuador, abr vor auem für z’mitfieberä, mitreise, duume drücke..
      morn wei mr über d’gränzä id heimat! freue nis, widr chli nächer! =) bis gligli.. muntsch
      räphu & säru

  6. Freue mi uf euch

    • hey sara!
      mir freue nis o uf di & uf eues grande fiesta!! =)
      bis gli..
      s&r

  7. So, habt ihrs (fast) geschafft. Sehr beeindruckend die ganze Sache.
    Wünsche viel Glück für den Rest bis nach Amsoldingen.
    LG Bidi

    • Hallo Heinz,

      morgen werden wir die CH-Alpen wieder sehen, wenn’s nicht zu viel schiffet…. Zuerst ins Unterengadin und dann ins Obere..
      Freuen uns und hatten immer eine Riesen-Freude, hast du uns so treu begleitet!!!

      Vielen Dank und viele Grüsse ins Gwatt!
      Sarah & Raphael

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