Terminus

Terminus

 

Berge, Alpinismus

 

Wir verwenden in verschiednen Blogs Begriffe, die hier allenfalls erklärt werden sollen. Erste Bastion Begrifflichkeit betrifft das Bergsteigen. Hier verwendet man Abkürzungen zur Bewertung von Touren. Vielleicht habt ihr im einen oder anderen Blog komische Abkürzungen wie T4 oder WS mit – oder + nachgehend gelesen.  Im Alpinismus gibt es viele Standardwerke, die Touren beschreiben und nach Ihrer Schwierigkeit einstufen. Interessant dabei ist, dass es für fast alle Aktivitäten verschiedenen Bewertungen gibt und jeder, der eine Tour plant, beschränkt sich vorerst einmal auf diese Zahlen und Ziffern, die ihm ein ungefähres Bild darüber abgeben, ob er mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen überhaupt fähig für diese Tour sein wird. Die differenzierte Betrachtung je Disziplin führt zur kumulativen Verwendung der Bewertungen für eine Tour (so ist zum Beiespiel der Hüttenzustieg oft noch einer Wanderung zuzuordnen (Wanderskala), die Erreichung des Gipfels ist dann eine Kombination aus Klettern (Kletterskala) und Hochtour (Hochtourenskala). Das bedeutet, dass zum Beschrieb der jeweiligen Tour, alle drei Skalen Anwendung finden.

In der Tat ist diese Herangehensweise grundsätzlich sinnvoll, zumal neben den äusseren Bedingungen, wie Wetter, Zustand vom Gelände (Boden, Schnee, Eis, Fels) und der eigenen physische Verfassung, eben die Tourschwierigkeit einer der Schlüsselpunkte ist, die Tour überhaupt in den Fokus zu nehmen. Natürlich gibt es auch in den Standardwerken, etwa des SAC z.T. beträchtliche Unterschiede der Einteilung nach Schwierigkeitsgrad in diese Kategorien zumal nicht alle Verfasser 1) die selben Voraussetzungen vorfanden, als sie diese Tour bewerteten 2) nicht alle Verfasser die selben Fähigkeiten aufweisen und 3) die Umwelt, in der man sich bewegt per se sehr schnellem Wandel unterliegt.

Hinsichtlich der eigenen Bewertung muss man wohl oder übel ein Mittelmass zwischen Literatur und Erklärung finden. Somit dürfen wir alle eine Tour als schwieriger (oder einfacher) einstufen, als im „Lehrbuch“, aber dafür haben wir idR eine Erklärung bereit. Alles ist subjektiv, aber im Durchschnitt der Quellen kristallisiert sich dann doch eine annähernd richtige Bewertung heraus.. Wichtig ist, dass die Skala nur einen Hinweis für die Tourenplanung hergibt, die wichtigen Entscheidungen über Durchführung oder Abbruch ergeben sich nicht am Computer oder vor dem Buch, sondern in Betrachtung aller Aspekte einer beliebiegen Tour und oftmals bei der Tour selber.

Vom SAC, dem schweizerischen Alpenverein (http://www.sac-cas.ch) gibt es ein gut organisierter Überblick über die Bewertung der Touren.

Für uns sind verschiedenen Tourenskalen von Bedeutung (übernommen vom SAC & Wikipedia):

Hochtourenskala (+Klettern)

Die SAC-Berg- und -Hochtourenskala ist eine speziell für hochalpine Fels- und Eistouren entwickelte Schwierigkeitsskala. Sie dient der Graduierung der einzelnen Routen als Referenz bei normalen und trockenen Wetterbedingungen und orientiert sich jeweils an der Schlüsselstelle. Dass bedeutet, dass das schwierigste Element die Tourenskalierung darstellt. Es kann somit sein, dass die Tour auf 90% des Weges als L klassiert ist, doch es ist eine Passage zu überwinden, die nur durch wiederholende Sicherung und eine routinierte Seilbehandlung mit einer exponierter Kletterstelle in Eis und Fels dasteht. Die Tour würde dadurch als ZS bewertet.

GradFelsUIAA-Grad
L
leicht / facile
F
Einfaches Klettergelände, das den Gebrauch der Hände erfordert (Geröll, einfacher Blockgrat). Es ist die einfachste Form des Felskletterns. Anfänger müssen am Seil gesichert werden.ab I

WS

wenig schwierig / peu difficile
PD
+
Vorwärtskommen geschieht durch einfache Griff- und Trittkombinationen (Drei-Punkt-Regel). Kletterstellen sind übersichtlich und nur mäßig exponiert.ab II

ZS

ziemlich schwierig / assez difficile
AD
+
Es muss wiederholt gesichert werden. Routinierte Seilhandhabung und guter Routensinn erforderlich. Bereits recht lange und exponierte Kletterstellen vorhanden.ab III

S

schwierig / difficile
D
+
Guter Routensinn und effiziente Seilhandhabung notwendig. Kletterstellen sind lang und erfordern häufig Standplatzsicherung.ab IV

SS

sehr schwierig / très difficile
TD
+
In den schwierigen Abschnitten durchgehend Standplatzsicherung notwendig. Wandrouten oder große Gratrouten mit sehr anspruchsvollen und anhaltenden Kletterpassagen. Touren dieser Schwierigkeit zählen zu den großen Unternehmungen der Alpen.ab V

AS

äusserst schwierig / extrêmement difficile
ED
+
Wanddurchstiege, welche größtes Engagement erfordern.ab VI

EX

extrem schwierig / abominablement difficile
ABO
+
Keine wörtlichen Entsprechungen mehr.ab VII

 

Schneeschuhtourenskala

Die SAC-Schneeschuhtourenskala ist eine speziell für Schneeschuhtouren entwickelte Schwierigkeitsskala. Sie ist in sechs verschiedene Grade eingeteilt: WT1 (leichteste) bis WT6 (schwierigste) wobei „WT“ für „Wintertrekking“ steht.

GradGeländeGefahren
WT1
Leichte Schneeschuh-wanderung
< 25°. Insgesamt flach oder wenig steilIn der näheren Umgebung sind keine Steilhänge vorhandenKeine LawinengefahrKeine Abrutsch- oder Absturzgefahr
WT2
Schneeschuh-wanderung
< 25°. Insgesamt flach oder wenig steilIn der näheren Umgebung sind Steilhänge vorhandenLawinengefahrKeine Abrutsch- oder Absturzgefahr
WT3
Anspruchsvolle Schneeschuh-wanderung
< 30°. Insgesamt wenig bis mässig steilKurze steilere Passagen
LawinengefahrGeringe Abrutschgefahr, kurze, auslaufende Rutschwege
WT4
Schneeschuhtour
< 30°. Mässig steil Kurze steilere Passagen und/oder Hangtraversen. Teilweise felsdurchsetzt.Spaltenarme GletscherLawinengefahrAbrutschgefahr mit Verletzungsrisiko. Geringe Absturzgefahr
WT5
Alpine Schneeschuhtour
< 35°. Steil Kurze steilere Passagen und/oder Hangtraversen und/oder Felsstufen. GletscherLawinengefahrAbsturzgefahr. Spaltensturzgefahr. Alpine Gefahren
WT6
Anspruchsvolle alpine Schneeschuhtour
> 35°. Sehr steil Anspruchsvolle Passagen und/oder Hangtraversen und/oder Felsstufen.Spaltenreiche GletscherLawinengefahrAbsturzgefahr. Spaltensturzgefahr. Alpine Gefahren

 

Skitourenskala

Die SAC-Skitourenskala ist eine speziell für Skitouren entwickelte Schwierigkeitsskala.  Sie ist in sieben verschiedene Grade eingeteilt: L (leicht) bis EX (extrem schwierig).

GradSteilheitAusgesetztheitGeländeform
Aufstieg und Abfahrt
L
leicht
(+)
bis 30°keine Ausrutschgefahrweich, hügelig, glatter Untergrund
WS
wenig schwierig
(−/+)
ab 30°kürzere Rutschwege, sanft auslaufendüberwiegend offene Hänge mit kurzen Steilstufen. Hindernisse mit Ausweichmöglichkeiten (Spitzkehren nötig)
ZS
ziemlich schwierig
(−/+)
ab 35°längere Rutschwege mit Bremsmöglichkeiten (Verletzungsgefahr)kurze Steilstufen ohne Ausweichmöglichkeiten, Hindernisse in mässig steilem Gelände erfordern gute Reaktion (sichere Spitzkehren nötig)
S
schwierig
(−/+)
ab 40°lange Rutschwege, teilweise in Steilstufen abbrechend (Lebensgefahr)Steilhänge ohne Ausweichmöglichkeiten. Viele Hindernissen erfordern eine ausgereifte und sichere Fahrtechnik
SS
sehr schwierig
(−/+)
ab 45°Rutschwege in Steilstufen abbrechend (Lebensgefahr)allgemein sehr anhaltend steiles Gelände. Oft mit Felsstufen durchsetzt. Viele Hindernisse in kurzer Folge
AS
ausserordentlich schwierig
(−/+)
ab 50°äusserst ausgesetztäusserst steile Flanken oder Couloirs. Keine Erholungsmöglichkeit in der Abfahrt
EX
extrem schwierig
ab 55°extrem ausgesetztextreme Steilwände und Couloirs

 

Wanderskala

Die SAC-Wanderskala dient der Bewertung von Bergwanderwegen.  Sie ist in sechs verschiedene Grade eingeteilt: T1 (leichteste) bis T6 (schwierigste) wobei „T“ für „Tourism“ steht.

GradWeg/Gelände
T1
Wandern
Weg gut gebahnt. Falls nach SAW-Normen markiert: gelb. Gelände flach oder leicht geneigt, keine Absturzgefahr
T2
Bergwandern
Durchgehend gut ersichtlicher und gut begehbarer Weg. Falls SAW-markiert: weiss-rot-weiss. Teilweise steil. Absturzgefahr möglich
T3
anspruchsvolles Bergwandern
Weg nicht durchgehend sichtbar. Heikle Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein. Eventuell sind die Hände fürs Gleichgewicht nötig. Falls markiert: weiss-rot-weiss. Teilweise exponiert mit Absturzgefahr. Schrofenund Geröllflächen möglich.
T4
Alpinwandern
Wegspur kaum vorhanden. An gewissen Stellen benötigt man die Hände zum Weiterkommen. Falls markiert: weiss-blau-weiss. Recht exponiert, heikle Grashalden und Schrofen. Apere Gletscher und einfache Firnfelder.Hinweis: Ältere Wege mit dem Schwierigkeitsgrad T4 sind heute noch oft mit Rot-Weiss-Rot markiert.
T5
anspruchsvolles Alpinwandern
Oft weglos. Einfache Kletterstellen. Falls markiert: weiss-blau-weiss. Exponiertes und anspruchsvolles Gelände, steile Schrofen. Gletscher und Firnfelder mit Ausrutschgefahr.
T6
schwieriges Alpinwandern
Meist weglos. Kletterstellen bis II. Kaum markiert. Häufig sehr exponiert. Heikles Schrofengelände. Gletscher mit hoher Ausrutschgefahr

 

Klettersteigskala

Für Klettersteige bestehen verschiedene regional übliche Schwierigkeitsskalen. In der Schweiz setzt sich die „Hüsler-Skala“durch.

 (wenig schwierig)K1Schwierigkeit: einfach
Gelände: flach bis steil, meist felsig oder von Felsen durchsetzt, ausgesetzte Passagen möglich
Sicherung: Drahtseile, Ketten, Eisenklammern („Klampfen”) und vereinzelt kurze Leitern; Begehung größtenteils ohne Verwendung der Sicherungseinrichtungen möglich
Voraussetzungen: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit empfohlen, Bürokondition (hängt allerdings von der Länge der Tour ab)
Ausrüstung: Klettersteigausrüstung empfohlen. Geübte Geher werden hier auch ohne Selbstsicherungen anzutreffen sein. Gesichert gehen ist aber keine Schande!
B (mäßig schwierig)K2Schwierigkeit: einfach bis mäßig schwierig, teilweise etwas anstrengender oder kräfteraubend
Gelände: steileres Felsgelände, teilweise kleine Tritte, mit ausgesetzten Stellen ist auf jeden Fall zu rechnen
Sicherung: Drahtseile, Ketten, Eisenklammern, Trittstifte, längere Leitern (u. U. auch senkrecht); Begehung ohne Sicherungseinrichtungen möglich, aber Schwierigkeiten bis zum 3. Schwierigkeitsgrad (UIAA) sind zu erwarten
Voraussetzungen: wie bei A, allerdings bessere Kondition und etwas Kraft und Ausdauer in Armen und Beinen deutlich von Vorteil
Ausrüstung: Klettersteigausrüstung empfohlen; Begehung auch im Seilschaftsverband möglich
C (schwierig)K3Schwierigkeit: größtenteils schwierig, anstrengend und kräfteraubend
Gelände: steiles bis sehr steiles Felsgelände, meist kleine Tritte, längere bzw. sehr häufig ausgesetzte Passagen
Sicherung: Drahtseile, Eisenklampfen, Trittstifte, oft längere und sogar überhängende Leitern, Klammern und Stifte können auch weiter auseinander liegen; in senkrechten Abschnitten manchmal auch nur ein Drahtseil; Begehung ohne Benutzung der fixen Sicherungseinrichtungen möglich, Schwierigkeiten liegen aber oft schon im 4. Schwierigkeitsgrad (UIAA)
Voraussetzungen: gute Kondition, da längere Anstiege in diesem Schwierigkeitsgrad bereits zu den großen Klettersteig-Unternehmen zählen
Ausrüstung: Klettersteigausrüstung wie B ist dringend zu empfehlen, Ungeübte bzw. Kinder sind ev. sogar ans Seil zu nehmen.
D (sehr schwierig)K4Schwierigkeit: sehr schwierig, sehr anstrengend und sehr kräfteraubend
Gelände: senkrechtes, oft auch überhängendes Gelände; meist sehr ausgesetzt
Sicherung: Drahtseil, Eisenklammern und Trittstifte (liegen vielfach weit auseinander); an ausgesetzten und steilen Stellen oftmals nur ein Drahtseil
Voraussetzungen: wie bei C, allerdings guter körperlicher Zustand, genug Kraft in Armen und Händen, da längere senkrechte bis überhängende Stellen auftreten können; auch kleinere Kletterstellen (bis zum 2. Schwierigkeitsgrad) ohne Sicherungseinrichtungen sind möglich
Ausrüstung: Klettersteigausrüstung obligatorisch, selbst erfahrene Klettersteiggeher sind im Seilschaftsverband anzutreffen; für Anfänger und Kinder nicht empfehlenswert
E (extrem schwierig)K5Schwierigkeit: extrem schwierig, da sehr anstrengend und äußerst kräfteraubend
Gelände: senkrecht bis überhängend; durchwegs ausgesetzt; sehr kleine Tritte oder Reibungskletterei
Sicherung: wie D, allerdings öfter mit Kletterei kombiniert
Voraussetzungen: viel Kraft in Händen (Fingern), Armen und Beinen, erhöhtes Maß an Kondition, Beweglichkeit, über längere Strecken kann die Hauptlast auf den Armen liegen
Ausrüstung: Klettersteigausrüstung obligatorisch, Seilschaftsverband gerade bei Touren mit Stellen ohne Sicherungseinrichtungen überlegenswert; Anfängern und Kindern ist davon abzuraten
F (mehr als extrem schwierig)K6Schwierigkeit: mehr als extrem schwierig, da sehr anstrengend und äußerst kräfteraubend und gute Klettertechnik unabdingbar ist
Gelände: primär überhängend; ausgesetzt; sehr kleine Tritte oder Reibungskletterei
Sicherung: wie E, kombiniert mit Kletterei
Voraussetzungen: wie E, jedoch gutes Kletterkönnen obligatorisch
Ausrüstung: Klettersteigausrüstung obligatorisch, Top-Rope Sicherung empfehlenswert; nicht empfehlenswert für Personen, die den Schwierigkeitsgrad E nicht einfach beherrschen.
Bemerkung: Derzeit gibt es im Alpenraum nur zwei Klettersteige der Kategorie F – die Bürgeralm (Klettersteig mit Arena Variante) und den Postalm-Klettersteig (mit F-Variante) in Österreich.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.