Tupiza y excursion con los caballos

Gepostet am Apr 24, 2013 in Alle Berichte, Bolivien, Geschichten sind Speisen für's Ohr.., Südamerika | Keine Kommentare

Tupiza y excursion con los caballos

Tupiza con los caballos

Nach spärlichen paar Stunden Schlaf in der neuen Bleibe gingen wir Tupiza erkunden. Nach dem Frühstück im erstbesten Café gerade vis à vis des zentralen Marktes schlenderten wir zum Plaza Central und genossen das herrliche warme Wetter. Danach machten wir uns auf die Suche nach einem Ausflugsziel für die nächsten zwei Tage in der Nähe von Tupiza. Tupiza ist nämlich bekannt für seine vielfarbige, rurale und abgeschottete, also kaum erschlossene Umgebung gesäumt mit Canyons aus Konglomerat-, und Sandstein die je nach Verwitterungsgrad und Sonnenstand unterschiedlich farbig leuchten.

Impressionen aus Tupiza

 

Das Städtchen bietet zwar nicht sonderlich viel Abwechslung, was beispielsweise Unterkünfte und Restaurants angeht, erscheint uns dennoch gemütlich, ruhig und lädt gar zum Verweilen ein.

 

Bald war klar: für die Erkundung der Umgebung von Tupiza war ein Ausflug zu Pferd am Besten! Doch ein tägiger Ausflug bedeutete ein für uns – pferdetechnisch gesehen Greenhorns – das Überwinden von gegen 30Km auf dem harten Pferdesattel. So fanden wir aber schnell mal eine Tour, die Frau Gemahlin bestand ja auf einem 2-tägigen Unternehmen (von zu Hause wärmstens empfohlen, gell?) und buchten sie gleich zu einem ungewohnt günstigen, bolivianischen Preis!

Am Tag darauf kamen wir zu Fuss beim Pferdestall an und bemerkten bald, dass unsere Kamera noch im Rucksack im Aufbewahrraun im Hostel war. Das erste Micro haben wir folglich genommen (Van-Taxis die halten, wenn man winkt), um diesen Umstand wieder in den normalen Zustand zu bewegen. Etwas verspätet ritten wir los. Entlang des Rio Tupiza bogen wir später ins genau südlich von Tupiza liegende Tal ab. In gemächlichem Tempo und uns an unser neues Fortbewegungsmittel gewöhnend ging’s ganz komfortabel weiter.

Erster Halt war gut nach einer Stunde. Mit dem Pferd ritten wir durch ein dünnes Tor zwischen zwei riesigen Sandsteintürmen namens Puerta del Diablo (Teufelstor) durch und gelangten so in das Valle de los machos und den Cañon del Inca.

<strong>Zu Pferd (Nochero) auf dem Weg in Richtung Puerta del Diablo</strong>

Zu Pferd (Nochero) auf dem Weg in Richtung Puerta del Diablo

Eine faszinierende Landschaft bestehend aus verwittertem Konglomerat- und Sanstein-Türmen! Heiss war’s und weil wir etwas spät waren, sahen wir uns wenige Minuten später IM GALLOP auf unseren Pferden. Überfordert, „gstabig“ aber schnell erreichten wir den Mittagsrastplatz am Rio San Juan del Oro gelegen.

Nach dem Mittag ging’s diesem Fluss entlang gegen Süden, mit unseren Pferden immer wieder den Fluss durchquerend, manchmal bis zu 1.5m tief durch’s Wasser steifend weiter. Wir erreichten nach schönen Schilflandschaften das Dorf Palquiza nach rund 17Km! Der Allerwerteste hatte sich seit längerem bemerkbar gemacht. Das Dorf, das heisst die Ansammlung an vereinzelten, mehrheitlich unbewohnten Lehm-Steinhäusern zog sich über ein paar Kilometer weiter und wir gelangten von der starken Sonneneinstrahlung ermüdet an eine riesige sich wellende Sandsteinwand. Dahinter kam endlich das Dorf Espicaya, wo ich mit vom ‚Füdlischmerz‘ verzerrten Gesicht ab dem Paggu stieg! Pffffff!!!

Ein idyllisches Dörfchen mit nur wenigen Annehmlichkeiten, also ziemlich basic aber irgendwie einladend verbesserte aber unsere Zustände rasch. Wir schlenderten durch’s Dorf, stiegen auf die eben beschriebene Sandsteintürme und beobachteten die Abuela wie sie um ihre Ziegen bangte, die auf den herausragenden Felskanten scheinbar mühelos hin und hertanzten.

Wir genossen die atemberaubende Abendstimmung auf dem hohen Felsen und erhaschten immer wieder Blicke vom über das Dorf wachenden Felskopf über dem flachen Flusstal und stiegen in der rasch fortschreitenden Dämmerung wieder runter ins Dorf. Die andere Tourigruppe und uns zog es in den Essraum, wo wir zusammen assen, Wein und Bier tranken und über Gott und die Welt, unsere Ansichten und Ideale diskutierten und zusammen einen interessanten Abend genossen.

Am nächste Morgen nach gemeinsamen Desayuno starteten wir zuerst auf gleichem Weg zurück, unsere beiden Gruppen, also wir zwei und die anderen 5 schlossen zusammen und ritten den ganzen Weg zurück nach Tupiza.

Unser Guide war ziemlich Jung, wohl noch nicht volljährig. Beim nächsten mal würden wir uns vorher erkundigen, nicht dass die Kinder bei grosser Nachfrage nicht in die Schule gehen können. Zumindest vermuteten wir das – auch wenn er zu diesem Thema nicht viel zu sagen hatte. Zufrieden durften wir allerdings mit unseren Pferden sein! Meines hiess Nochero, Sarah’s Pferd Cabiñera und das Pferd des Guide hiess Santiago, alle waren in einem sehr guten und gepflegten Zustand. Am zweiten Tag bereits verstand ich die Kommunikation mit Nochero sehr gut *mmmffzz mffffz mfffzzz* und es begann zu traben, gleichzeitig noch einen leichten Hieb in die Seite und wenige Sekunden später sahen wir uns im Gallop. Auch wenn dies nicht immer klappte, verbuchte ich dies als Erfolgserlebnis – aber auch im Wissen das Nochero immer zuerst auf den Guide hören würde, was sicher auch gut war! =)

 

Nach dem Mittag und mehrmaligem Durchqueren des scheinbar immer tiefer werdenden Fluss, gelangten wir durch eine Schlucht, entlang des riesigen La Tore, einem ca. 30m  hohen Steinspitz der neben dem Rio San Juan del Oro in den Himmel ragt. Wir querten in den Sand, den der Fluss jahrhunderte dort abgelagert hatte und liefen teils leicht gallopierend durch grosse Schilfpflanzen, entlang einiger abgeschiedener Häuser und später dem Gleis der wunderbaren Eisenbahn Boliviens entlang durch einen Tunnel zurück nach Tupiza. Kurz vor Tupiza waren wir dann ziemlich froh, zurück zu sein! War doch das Reiten nicht mehr nur Vergnügen…

Allerdings muss auch ich zugestehen, dass ich trotz meinem zweitägigen Kartoffelsackdasein auf meinem Pferd die ganze Sache ziemlich genoss. Gerade weil man richtig in die Natur kommt und das schöne rurale und damit gänzlich unberührte Bolivien kennenlernt, ist es jedenfalls einen Zweitagesausritt wert! Ein Tag ist nicht die Hälfte wert..

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